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AIBA-Familie feiert Start in die Neuzeit



Bericht von Andreas Anderegg, Präsident SwissBoxing

Der Kongress des Amateur Box-Weltverbandes AIBA in Almaty, Kasachstan, markierte den Start in eine neue Ära der Amateur International Boxing Association. Am Ende der ersten Amtsperiode von Präsident Dr. Wu markieren zahlreiche Projekte den frischen Wind, der Einzug gehalten hat, worunter der bevorstehende Start der „World Series of Boxing“ (WSB).
 
So gross die Freude über das Engagement von AIBA-Präsident Dr. Ching-Kuo Wu war – zum Schluss des Kongresses gab es für ihn und sein Team von den Delegierten aus aller Welt eine „Standing Ovation“ – die Neuerungen lösten keineswegs nur Freude aus. Vorab das Projekt „World Series of Boxing“ wurde von etlichen Funktionären der 104 von insgesamt 196 Mitgliederverbänden sichtlich mit Zurückhaltung aufgenommen.
 

SwissBoxing-Präsident Andreas Anderegg mit Doppel-Olympiasieger Jerzy Rybicki, Präsident des
polnischen Boxverbandes
 
Weltliga startet diesen Monat
 
Im laufenden Monat November starten 12 Teams aus drei Kontinenten (Europa, Asien, Amerika) in dieser Liga. Auf jedem Kontinent gibt es vier Standorte, an denen geboxt wird (in Europa sind dies Paris, Mailand, Moskau und Istandbul). Insgesamt 175 Boxer aus 64 Ländern werden für die Teams im Einsatz stehen, am 6./7. Mai 2011 bestreiten die besten Teams das Finale, am 27./28. Mai 2011 werden die besten Boxer erkoren. Der WSB-Wettbewerb ermöglicht den Kategoriensiegern eine direkte Qualifikation für Olympia 2012.
 
Beim WSB dauern die Kämpfe fünf Mal drei Minuten und die Boxer tragen weder Kopfschutz noch Leibchen. Dr. Wu bezeichnete die Schaffung des WSB-Wettbewerbs als ein Mittel gegen „Betrug im Boxsport“ und ausserdem sei es das Ziel, als führende olympische Sportart eine Brücke zu bauen vom olympischen Boxen zum Profiboxen. Beim WSB gehe es mitunter darum, den Boxern mit einem garantierten Einkommen eine soziale Sicherheit zu verschaffen und gleichzeitig die Möglichkeit zu erhalten, an den olympischen Spielen teilzunehmen.
 
Im Rahmen der Fragerunde wurde die Schwierigkeit eingeräumt, eine Grenze zwischen dem olympischen Boxen und dem Profiboxen zu ziehen. Gemäss Dr. Wu habe man jedoch mit Athleten und Trainern gesprochen und gemäss ihren Aussagen gäbe es keine Probleme betreffend Umstellung zum olympischen Boxen. Für das WSB-Projekt haben die AIBA und Sponsoren insgesamt 4,7 Mio. Franken bereitgestellt, vermarktet wird das Projekt vom Werbe-Riesen IMG.
 
Neue Punktmaschine
 
Mit dem Ziel  einer gerechteren Punktewertung im Amateurboxen hat die AIBA, die ihren Sitz bekanntlich in Lausanne hat, ein neues System entwickeln lassen. Dieses wurde bereits bei Wettkämpfen eingesetzt. Bis in vier Jahren sollen sämtliche Meisterschaften weltweit nach diesem Scoringsystem bewertet werden.
 
Box-Academy in Kasachstan
 
Die erste Box-Academy der AIBA, das erste umfassende Kompetenzzentrum für den Amtaeurboxsport, wird nicht in Kanada erstellt, sondern in Kasachstan. Das Projekt in Kanada wurde auf der Zielgeraden gestoppt, nachdem es sich verzögerte. Mittlerweile hat der Staat Kasachstan 33 Mio. Dollar auf den Tisch der AIBA gelegt, weshalb die Box-Akademie nun bis Ende 2012 in Almaty erstellt wird, wo auch der AIBA-Kongress 2010 stattgefunden hat.
 
Im Weiteren genehmigten die Delegierten eine Statutenrevision, mit der mitunter eine konsequentere Abgrenzung zum Profiboxen vorgenommen wird (WSB ausgenommen).
 
Keine Überraschungen gab es bei den Wahlen, wurde die Spitze doch klar bestätigt. Ebenfalls keine hohen Wellen warf die Abnahme der Rechnung, die aufgrund der zahlreichen Projekte einen satten Verlust ausweist. 
 
 
EUBC setzt auf Internet
 
Beim Kongress der European Boxing Confederation EUBC, der im Anschluss an den AIBA-Kongress stattfand, informierte Präsident Humbert Furgoni (Frankreich) über das Ziel, den Auftritt im Web mit Unterstützung der Verbände zu verbessern. Bei den Wahlen wurde der Präsident im Amt bestätigt, für den zurücktretenden Vize Franco Falcinelli (Italien) wurde Evgeny Murov (Russland) zum ersten Vizepräsidenten gewählt.

 


 

 




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