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Ü-35 Light-Contact Boxing Sonntagstraining in Basel


7 begeisterte Light-Contact Trainierende

Bericht von Renzo Spotti

08.11.2010 - Boxen ohne harte Schläge? Boxen, wenn man die Dreissig überschritten hat? Gleich zwei Ungeheuerlichkeiten für altgeschulte Boxkreise.
 
Davon unbeeindruckt trafen sich am Sonntag, 31. Oktober je drei über dreissigjährige Boxclub-mitglieder aus Basel und Zürich zu einem gemeinsamen Leichtkontakt-Box-Trainingssonntag im Boxclub Basel unter der Leitung von Stefan Käser.
 
Die Basler sind schweizweit federführend beim Leichtkontakt-Boxen. Harte Schläge sind im Light-Contact Boxing nicht erlaubt, was dann auch schon der wesentliche Unterschied zum olympischen Boxen ist; Bein- und Schlagtechnik sind identisch.
 
So begann das Training nach dem Aufwärmen mit einer intensiven Lauf- und Schlagschulung, und da die Gruppe klein war, konnte sich Stefan Käser jeden Boxer einzeln anschauen, loben und kritisieren. Zudem nahm er uns mit der Videokamera auf, doch dazu später.
 
Ein wichtiger Bestandtteil eines Leichtkontakttrainings sind die Sensibilisierungsübungen, bei denen man als Boxer einerseits lernt, die Schlagstärke zu dosieren, wozu ein ausgezeichnetes Distanzgefühl unabdingbar ist, andererseits lernt man, dem Gegner zu vertrauen, dass dieser nicht zu hart schlägt. Ein Beispiel einer solchen sensibilisierenden Partnerübung:
 
Einer steht mit geschlossenen Augen, mit den Händen auf den Rücken da, und sein Partner schlägt eine Minute lang Treffer um Treffer (Kopf und Körper); ist ein solcher Treffer zu hart, gibt der Getroffene sogleich Rückmeldung.
 
Das Training ging fliessend in Angriffs- und Verteidigunsübungen über, und wer nun denkt, die alten Herren seien einfach nur mal eben so locker im Boxkeller herumgehüpft, währenddessen Stefan Käser im Büro vor sich hindöste, der täuscht sich gewaltig: Es gab die boxüblichen, schweisstreibenden Geräteparcours und Liegestützschindereien.
 
Zum Mittagessen begaben wir uns ins nahegelegene Restaurant Eintracht, wo wir uns am deftigen Metzgete-Essen gütlich taten, was der eine oder andere während dem nachmittäglichen Training auch etwas spürte, wenngleich dieses mit dem gemütlichen Teil, der Videoanalyse, begann. Die meisten haben sich noch nie boxen sehen, und Stefan Käser erläuterte uns, wie man mit der Videoanalyse an sich arbeiten kann. Jeder entschied sich für eine Schlagkombination, an der er arbeiten will, und kurz darauf schwitzten wir diese Schlagkombinationen immer und immer wieder in die Sandsäcke.
 
Zum Abschluss standen Trainingsmatches im Ring an. Wenngleich im Light-Contact Boxing nicht hart geschlagen werden darf: Partnerübungen, Sparrings absolviert man immer mit Zahnschutz, und bei den Matches trägt man zusätzlich den Kopfschutz. Stefan Käser führte uns in die Aufgaben der Ring- und Punktrichter ein, und ein anstrengender und erfüllender Trainingstag fand mit den Matches einen schönen Abschluss.
 
Boxen ohne harte Schläge? Boxen, wenn man die Dreissig überschritten hat? Gleich zwei Ungeheuerlichkeiten für altgeschulte Boxkreise, die uns „alten Säcke“ sowas von egal sind, denn was uns alle verbindet und immer wieder in das anspruchsvolle Boxtraining gehen lässt, ist die grosse Freude am Boxsport und die Freude, dass wir diesen schönen Sport im Ü-35-Training erlernen können, und die Herausforderung, uns an Leichtkontaktanlässen mit anderen Boxenden zu messen.
 
 
Am 18. Dezember findet im Boxclub Basel das nächste Leichtkontakturnier mit Ü-35-Beteiligung statt:
 
 
 
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