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Rheintaler Box-Nacht: Der Bericht

Bericht von Jack Schmidli

21.11.2010 – Bereits zum 8. Mal ging gestern Abend in der Mehrzweckhalle Au SG die traditionelle Rheintaler Box-Nacht über die Bühne. Der hervorragend organisierte Event zog rund 300 Zuschauer in ihren Bann. Eine Schweizer Auswahl liess den Gästen aus Italien, die von den sieben Begegnungen lediglich deren zwei siegreich gestalten konnten, keine Chance. Star des Abends war der Buchser Mic Pepshi, der erstmals als Junior an den Start ging und die Zuschauer in höchstem Masse beeindruckte. Im einzigen Profikampf des Abends deklassierte die Bernerin Aniya Seki ihrer Gegnerin aus Rumänien. Nach nur 35 Sekunden in der ersten Runde ging die völlig überforderte Osteuropäerin nach einem Leberhaken KO.

Der Präsident des Organisationskomitees, Thomas Walser, der in seiner Freizeit auch als AIBA-Ringrichter fungiert, konnte zufrieden sein. Die Mehrzweckhalle in Au SG war mit rund 300 Zuschauern praktisch ausverkauft. Auf dem Programm standen elf Amateurkämpfe und ein Profikampf zwischen der Bernerin Aniya Seki (Boxing Kings) und der Rumänin Ramona Pandit. Der Kampfabend war ein voller Erfolg.


 Star des Abends: Mic Pepshi (r.)

Drin Sadriu (l.) und Mattia Piras

Die besten Kämpfe:

Einen hinreissenden Kampf lieferten sich der erst 17-jährige Buchser Mic Pepshi, der erstmals als Junior in den Ring stieg, und der Italiener Renato Daci. Pepshis Leistungen gestern Abend waren eine Klasse für sich. Mit rasant vorgetragenen Angriffen, präzisen Treffern, exzellenten Meidbewegungen und einem guten Auge ausgestattet, beeindruckte der Rheintaler das Publikum. Das Mitglied des Junior Swiss Boxing Team liess seinem Gegner keine Chance und gewann überdeutlich nach Punkten. Pepshi muss allerdings noch lernen, etwas sauberer zu kämpfen und sein Temperament in den Griff zu bekommen. Aber er wird zweifellos seinen Weg machen, wenn er von seinem Trainer weiterhin behutsam aufgebaut wird und das Boxen in den Mittelpunkt seines Lebens stellt.

Ebenfalls sehenswert war der Kampf zwischen dem Berner Oberländer Drin Sadriu (BT Thun) und dem Italiener Mattia Piras. Der von Christina Nigg betreute Rechtsausleger agierte wie gewohnt offensiv und bestimmte die Gangart während den drei Runden. In Runde zwei musste Piras angezählt werden und gegen Ende des dritten Durchgangs entfachte Sadriu ein Feuerwerk, das seinesgleichen im Amateurboxsport sucht. Mattia rettete sich nur mit Mühe über die Distanz.

Die weiteren Duelle

Im ersten Kampf des Abends standen sich zwei Anfänger im Ring gegenüber. Dabei besiegte Maxim Samsanov (BF St. Gallen) Ivan da Silva (BT Thun) einstimmig nach Punkten. Zwar baute Samsanov gegen Ende des Kampfes konditionell etwas ab. Gesamthaft hinterliess er aber beim Publikum boxerisch den besseren Eindruck. Mergin Ahmeti (BC Rheintal), liess in seinem erst 2. Kampf seiner Karriere bereits eine gute Grundschulung erkennen. Der von Walter Walser betreute Kadett besiegte den Deutschen Emiri Tairi einstimmig nach Punkten. Egzon Maliqaj, seines Zeichens Vize-Schweizermeister 2010, erstickte die vehementen Angriffe seines Gegners Maziar Hosseinpor (BC Luzern) immer wieder im Ansatz und liess diesen öfters ins Leere laufen. Hosseinpor gab sich allerdings bis zum Schlussgong nicht geschlagen. Seine Energieleistung verdient deshalb Respekt und Anerkennung. Das Kampfgericht erklärte Maliqaj schliesslich einstimmig zum Sieger.

Im Fliegengewicht duellierten sich der Einheimische Bashkim Azemi (BC Rheintal) und der Italiener Matteo Antognioli. Die beiden 14-jährigen Schüler zeigten dem Publikum einen unterhaltsamen Kampf, den Bashkim Azemi einstimmig für sich entscheiden konnte. Zu einem verdienten Unentschieden kam es im sechsten Kampf des Abends. Im Weltergewicht standen sich zwei Routiniers gegenüber. Während Matteo Pucceti gestern in Au seinen 32. Kampf bestritt, stand der Deutsche Benedikt Probst bereits zum 43. Mal im Seilgeviert. Die Zuschauer bekamen dann auch einen sehr interessanten, technisch auf gutem Niveau stehenden Boxkampf zu sehen. Beide Kontrahenten schenkten sich nichts und das Unentschieden war der gerechte Lohn für ihre Anstrengungen im Ring. Die einzige vorzeitige Niederlage musste gestern Abend ausgerechnet ein Schweizer einstecken. Andrea Mammoliti (BF St. Galler) wurde von Ringrichter Jörg Mangott in der 3. Runde aus dem Kampf genommen. Sein Gegner Henderick Francoise aus Italien nutzte seine Reichweitenvorteile konsequent aus, sodass es Mammoliti nur selten gelang, die Distanz zu überwinden.

Im Halbweltergewichts-Duell zwischen Durim Sadrija (BT Thun) und Alessandro Dane sah es zunächst nach einem sicheren Sieg des Italieners aus. Der Südländer griff den Berner Oberländer in der 1. Runde vehement an und bestimmte das Geschehen im Ring. Zum Erstaunen der Zuschauer war Durim aber ab dem 2. Durchgang wie verwandelt. Er nahm seinerseits das Zepter in die Hand, deckte seinen Gegner mit klaren Treffern ein und siegte schliesslich einstimmig nach Punkten. Den zweiten Sieg der Italiener am gestrigen Abend errang Marcello Gravati gegen Simon Hauser (BC Uster). Obschon Gravati vom Ringrichter zweimal verwarnt werden musste, landete er einen einstimmigen Sieg. Allerdings muss der Kampf als einer der schwächeren der 8. Rheintaler Box-Nacht eingestuft werden.


Aniya Seki (im Angriff) liess ihrer Gegnerin nicht den Hauch einer Chance

Aniya Seki macht kurzen Prozess

Die Geschichte des einzigen Profikampfs des Abends ist schnell erzählt. Dem Zuschauer blieb gleich nach Beginn des Kampfes zwischen Aniya Seki und der Rumänin Ramona Panait nicht verborgen, dass die Osteuropäerin limitiert war bzw. gar nicht boxen konnte. Nach dem zweiten Angriff der Boxing-Queen ging Panait nach einem Leberhaken, 35 Sekunden nach Kampfbeginn, zu Boden und wurde von Ringrichter Fabian Guggnheim ausgezählt. Trainerlegende Bruno Arati regte sich nach dem Kampf massiv auf: „Aniyas Sieg gegen diese schwache Gegnerin bringt uns nichts!“ Allerdings dürfte Seki’s „First Round Knockout“ dem Selbstvertrauen der Wahl-Bernerin nicht schaden.

Resultatübersicht


SwissBoxing-Präsident Andreas Anderegg be-
glückwünscht Organisator Thomas Walser

Cruisergewichts-Star Giacobbe Fragomeni mit
Drin Sadriu und Durim Sadrija (BT Thun)

Machten die 8. Rheintaler Box-Nacht möglich:
Walter Walser mit Sohn Thomas

Freut sich mit seinem Sohn über den gelungenen
Kampfabend: Ringrichter Fabian Guggenheim

 




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