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Vom Schläger zum Schlager

24.12.2010 - Er war ein Kämpfer. Über 100 Mal stand er als Kickboxer im Ring, war Weltmeister. Bruce Özbek (46) kämpfte 38 Mal als Box-Profi. Bis sein Kopf fast zerplatzte. Boxer-Krankheit nennt er es. Offensichtlich hat er sich erholt und einen neuen Lebensplan: Vom Schläger zum Schlager!

 „Ich starte eine neue Karriere als Sänger. Ich brauche die Bühne wie früher den Ring.“ Dort nämlich war er „Bruce, der Blitz aus Stade“. Nachts konnte man ihn anrufen, da hat er das Bierchen auf den Tresen der Boxer-Kneipe „Zur Ritze“ geknallt, sprang am nächsten Tag für einen verletzten Gegner ein.
Er war ein „Journeyman“, tingelte durch halb Europa. Im Universum-Gym war der zähe Kerl gerngesehener Sparringspartner. Für einen „Fuffi“ legte er stets noch eine Runde drauf.
Und bezahlte dafür später selbst: Irgendwann 2007 war Schluss. Ärzte entzogen ihm die Lizenz zum Hauen. Narben am ganzen Körper, dunkle Schatten am Hirn. Bruce: „Zwei Jahre lag ich im Krankenhaus.“
Nach dem plötzlichen Berufs-Aus der nächste Schlag: „Meine Frau kam in die Klinik zu Besuch, sagte, sie liebe mich nicht mehr und hat mich verlassen. Nach 23 Jahren! Kein Schlag im Ring tat mir so weh.“ Nun kämpft Bruce vor Gericht, damit er seine beiden Jungs Bruce Lee (10) und Muhammad Ali (4) sehen kann.
Bruce lebt in seinem 1-Zimmer-Wohnbüro, futtert beim Stader Dyonisos-Wirt Pavlos Maheridis, bezieht eine kleine Rente – und schmiedet an seiner Karriere als Schlagerstar. Früher sprang er schon mal als Sänger auf türkischen Hochzeiten ein. Jetzt soll alles professionell werden.
„Der Hamburger Geschäftsmann und St. Pauli-Friseur Cahit Balat finanziert das“, freut sich Bruce. Eine Million CDs mit seinem Hit „Sampiyon Kim?“ (Wer ist der Champ?) sind auf Lager. „Damit will ich jetzt in der Türkei den Markt erobern“, träumt Bruce vom großen, neuen Bühnen-Glück. „Ich bin ein gutausehender Junge. Und ich habe genug erlebt, um davon Lieder zu singen. Dass das in Erfüllung geht – das wünsche ich mir vom lieben Gott.“ – bild.de



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