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Yves Studer kämpft um IBC-Titel



24.12.2010 - Fünf Tage dauerte es, bis die Tickets für den traditionellen Boxing Day am Stephanstag im Berner Kursaal verkauft waren. So schnell wie noch nie. Zugpferd der Veranstaltung ist der 28-jährige Yves Studer. Zum ersten Mal in seiner sechsjährigenProfikarriere kämpft der Mittelgewichtler um einen WM-Titel (IBC). Sein Gegner ist der Brasilianer Samir Dos Santos Barbosa.

Erinnerungen werden wach an die frühen Siebziger, an Fritzli Chervet auf der Höhe seiner Popularität. Unvergessen seine ausverkauften Kämpfe im Hallenstadion. Oder an die Fights von Enrico Scacchia Mitte Achtziger, der einst die Berner Bühne am Stephanstag-Meeting nutzte, um ins helle Rampenlicht zu treten.

Nun hat auch Studer an gleicher Stätte eine volle Hütte und freut sich: «Ich bin sehr zufrieden, dass das Interesse so gross ist.»

Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm. Den gestrigen Tag verbrachte Studer zu Hause in Wabern, wo er mit seiner Freundin wohnt. Er hatte Putzdienst.

Das Training ist seit Dienstag abgeschlossen, morgen gehts zum Wägen, da darf die Waage nicht mehr als 72,5 Kilo anzeigen. «Kein Problem», sagt Studer, der ein Normalgewicht von 78 Kilo hat. Auf den WM-Kampf hat er sich nicht anders vorbereitet, als auf die 26 Kämpfe zuvor (25 Siege, 1 Remis). «Ob Titelkampf oder nicht: Es geht immer um den Sieg.»

Was weiss er über seinen brasilianischen Gegner Barbosa? «Ich habe ihn auf Video studiert, seine Fehler analysiert. Vielleicht kann er gut Samba tanzen, aber ich will ihn ja nicht zum Tanz auffordern. Ich will ihn vernichten.»

Studer ist zwar Boxprofi, doch er arbeitet nebenbei hundert Prozent bei der Securitas. Wachmann bleibt er auch, wenn er am Sonntag Weltmeister werden sollte. Der Kampf gegen Barbosa macht ihn nicht reich. Höchstens reicher an Erfahrung und Stolz. Sein grosses Fernziel bleibt ein WM-Kampf bei einem der vier grossen Box-Verbände.

Der ziemlich unbedeutende IBC-Gürtel würde ihm auf dem Weg dahin zumindest „sehr motivieren“. – blick.ch




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