News

Offener Brief von Daniel Hartmann, Boxing Kings

Offener Brief an die Redaktion „Der Bund“ zum Boxing Day

Sehr geehrter Herr Vogel
Sehr geehrter Herr Kunz

Erlauben Sie mir einige Bemerkungen über alle Artikel von Ane Hebeisen (damit meine ich auch die im „Tagesanzeiger“ und in der „Basler- und Sonntagszeitung“) zum IBC Kampf und zu Yves Studer. Und im Speziellen zum Kästchen „in eigener Sache“ vom 27. Dezember im Bund.

Falls Sie mein Schreiben veröffentlichen möchten, bitte ich Sie dies nur in ganzer Form und nicht auszugsweise zu tun. Oder bei einer Kürzung mit mir Kontakt aufzunehmen. Danke für Ihr Verständnis.
 
Das Ziel von Herrn Hebeisen war es, in allen Artikeln Yves Studers Qualitäten als Profiboxer zu diskreditieren. Darum hat er nebst anderen Inhalten insbesondere die „unabhängige“ Rankingliste „boxrec.com“ ins Zentrum seiner Berichterstattung gestellt und auf deren Basis Studer abqualifiziert.
 
Die Frage von Herrn Hebeisen nach der Rangposition Studers in der unabhängigen Boxerrangierung „www.boxrec.com“ im Zusammenhang mit einem Weltmeisterschaftskampf ist durchaus eine Frage, die man stellen darf und als Journalist auch sollte.
 
Allerdings müsste dann ein Journalist auch ausführen, dass das „boxrec.com“ eine Rechnungsmaschine ist, welche aufgrund festgelegter Operatoren eine Rangliste berechnet. Da aber ein Boxer manchmal nur knapp verliert, knapp gewinnt oder aber Punktrichter nicht präzis bewerten und die Rechnungsmaschine auch keine optischen Vergleiche macht, kann über die Qualität, sprich Technik und Kampfkraft eines Boxers, kein Rechenschieber abschliessend urteilen. So erstaunt es dann auch nicht, dass unter den ersten dreissig Plätzen Boxer im „boxrec.com“ sind, über deren Ranking man im Vergleich zu Studer staunt und sich fragt, warum die dort platziert sind.
 
Deshalb haben alle Weltverbände bei denen man Titel gewinnen kann eine Expertenkommission, die aufgrund der Resultate, aber eben auch aufgrund Ihrer Fachkenntnisse, die Boxer in einer relevanten Liste rangieren.
 
Diese Rangierungen legen auch vielfach fest, wann ein Boxer um einen Titel kämpfen kann oder eben nicht. Und nur diese Verbände vergeben Titel. Man kann bei „boxrec.com“ nichts gewinnen. Und darum haben auch nur diese Verbands-Rangierungen Relevanz. Studer ist z.B. im renommierten Weltverband WBC die Nr. 25, in Europa die Nr.6 der EBU. Herr Hebeisen wurde über diesen Sachverhalt nicht nur von mir, sondern auch von anderen Fachverständigen umfassend aufgeklärt.
 
Da es jedoch Herrn Hebeisen seit Jahren nur darum geht, faktisch alle Schweizer Boxer „runterzuziehen“, greift er regelmässig nur die negativen Fakten auf und dramatisiert diese entsprechen. So auch dieses Mal.
 
Hätte er im Vorfeld ein etwas breiteres Augenmass gewählt, hätte er auch schreiben können, dass Studer gemäss „boxrec.com“ - man staune - im Moment der fünftbeste Schweizer Boxer seit 1899 ist. Und derzeit der drittbeste seit dem zweiten Weltkrieg. Der beste Profiboxer seit 20 Jahren. Und damit der beste Boxer den die Schweiz seit langem hat!
 
Eine Beeinflussung war, dass ich Herrn Hebeisen vor der Veröffentlichung seines Artikels einige Male nachdrücklich auf die Bedeutungslosigkeit von „boxrec.com“ hinsichtlich Titelgewinnen und Qualität eines Boxers hingewiesen habe. Er hat dies total negiert.
 
Als dann die Familie Studer am 1. Weihnachtstag, am 24. Dezember im Tagesanzeiger, zusätzlich die mehr als verjährte Vater-Sohn-Polemik Studers - die ja vor beinahe 10 Jahren im „Blick“ breitgeschlagen wurde - und die hämisch vermerkte abgebrochene Kochlehre Yves Studers lesen musste, platzte mir der Kragen. Mit keinem Wort erwähnte Hebeisen, dass erstens die Beziehung zwischen Vater und Sohn schon lange wieder intakt ist und zweitens Studer eine Handelsschule abgeschlossen hat und derzeit auf dem Weg zum Sicherheitsfachmann ist. Offensichtlich liegt Herrn Hebeisen daran, von Yves Studer das Bild eines Losers zu zeichnen.
 
Aufgrund dieser einseitigen, negativen und herabsetzenden Berichterstattung war ich eigentlich nicht gewillt, Herrn Hebeisen zu akkreditieren.Daraufhin intervenierte Herr Hebeisen beim SwissBoxing, der uns in der Folge bat, ihn trotz allem zu akkreditieren. Was wir dann auch taten.
 
Das Resultat ist bekannt.
 
Wenn ein Herr Hebeisen zu Tausenden von Lesern spricht und diesen konnotativ vermittelt, Yves Studer sei überbewertet, gar ein Loser, dann hat sicherlich dieser Yves Studer auch das Recht vor 1'500 Leuten zu sagen, was er über Herrn Ane Hebeisen denkt.
 
Oder sehen Sie dies anders?
 
Und zu guter Letzt: Studer würde in Italien, Deutschland, Frankreich und vielen anderen Ländern als Volksheld gefeiert. Und nicht abgetakelt. Zum Glück zollen ihm das Publikum und andere Journalisten den verdienten Respekt.
 
Nun überlasse ich Ihnen und der Leserschaft die Meinungsbildung zu diesem Thema.
 
Ich wünsche Ihnen ein gutes Neues Jahr.
 
Freundliche Grüsse
 
Daniel Hartmann
Boxing Kings 
Bern, 30. Dezember 2010



Weitere News


© 2018, Swiss Boxing Federation