News

Wegner & Abraham wieder ein Herz und eine Seele



05.01.2011 - Gestern, 10.15 Uhr, Max-Schmeling-Box-Gym am Olympiastadion. Arthur Abraham (30) fährt vor. Es ist sein erstes Training nach der Schande von Helsinki, seiner peinlichen Niederlage im WM-Kampf vom 27. November gegen den Engländer Carl Froch.

Erste Erkenntnis: Arthur hält Wort, trainiert, wie nach dem letzten Kampf in BILD angekündigt, weiter bei Ulli Wegner (68). Und der Coach ist beeindruckt: „Ich wollte heute sehen, was Arthur für ein Kerl ist. Er war pünktlich und hat beim Konditionstraining richtig rein gehauen.“

Sind die harten Worte des Trainers vom letzten Kampf („Feigling“) vergessen? Abraham versichert: „Ich habe nicht eine Sekunde an einen Trainerwechsel gedacht!“ Wegner: „Mit ,Feigling‘ wollte ich das Letzte aus Arthur herausholen, an seine Ehre appellieren!“

Abraham erholte sich zehn Tage in Thailand, schuftete über die Feiertage bereits im Fitnessstudio. Mittlerweile glaubt er, eine Erklärung für das Desaster von Finnland gefunden zu haben: „Ich hatte das Gefühl, mein Körper war übertrainiert.“

Wegner stimmt zu: „Arthur musste sich dreimal vorbereiten, weil der Kampf immer wieder verschoben wurde. Ich gestehe ihm zu, dass ihm das an die Nerven ging.“

Wegner und Abraham sind wieder ein Herz und eine Seele. Der Trainer: „Arthur ist eben aus besonderem Holz geschnitzt. Er hält zum Trainer, ist in sich gegangen, kam vor Weihnachten, als ich an der Leiste operiert wurde, zu mir ins Krankenhaus und hat sich zwei Stunden mit mir unterhalten. Das zeichnet einen echten Kerl aus! Arthur hat nie gesagt, dass der Trainer Schuld war und das hat mich beeindruckt.“

Gesprächsbedarf gibt‘s dennoch. Wegner: „Die Ursachen der Niederlage zu suchen, wird dauern. Das werden wir in Vier-Augen-Gesprächen tun. Ich werde Arthur wieder aufbauen.“

Abraham schaut lieber in die Zukunft: „Wir haben ein neues Jahr, und ich möchte nicht mehr zurück blicken.“ Nach einem Aufbaukampf im Februar geht’s im April oder Mai um die WM im Rahmen des Super-Six-Turniers gegen den Ami Andre Ward.

Allerdings: Für den Aufbaukampf, der für den 12. Februar in Deutschland vorgesehen ist, müssen die Organisatoren des Super-Six-Turniers (Showtime) noch ihre Zustimmung erteilen. – bild.de

  




Weitere News


© 2018, Swiss Boxing Federation