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Nicole Boss verliert EM-Kampf

06.03.2011 - Die als Nr. 3 im EBU-Ranking geführte Berner Profiboxerin Nicole Boss verlor in Lichtervelde (Belgien) einen auf 10 Runden angesetzten EBU-Titelkampf im Leichtgewicht knapp nach Punkten. Den Europameistertitel holte sich die Belgierin Delfine Persoon (11 Siege, 1 Niederlage, 5 KO), die mit Heimvorteil in den Ring gestiegen war.

Boss, die von Manager Sascha Müller und Trainer Vito Rana (beide Ex-Schweizermeister und Ex-Profis) sehr intensiv und sorgfältig auf den Kampf vorbereitet worden war, schien gute Chancen zu besitzen, den Titel in die Schweiz zu holen. Die ehemalige Amateur-Schweizermeisterin konnte mit einem Kampfrekord aufwarten, der sich sehen lassen durfte (5 Siege, davon 4 durch KO, 2 Niederlagen und ein Unentschieden).

Dementsprechend gelang es ihr auch, den Kampf gegen die Favoritin absolut ausgeglichen zu gestalten. Nach einer harten Auseinandersetzung musste sich die Bernerin aber mit einem einstimmigen Urteil des Kampfgerichtes knapp nach Punkten geschlagen geben. Dieses Urteil hinterliess bei den Betreuern einen schalen Beigeschmack, weil ganz offensichtlich der Heimvorteil in die Punktewertung einbezogen wurde.

Bitter für Nicole Boss, die den Titel durchaus verdient hätte. Bereits nach ihrem Kampf im September 2010 gegen die in der Zwischenzeit zur Weltmeisterin WBC gekrönten Frida Wallberg hatte Boss erkennen lassen, dass sie eine ernsthafte Anwärterin auf den Titel einer Europameisterin sein würde. Dass Titelkämpfe im Ausland für den schlecht vernetzten schweizerischen Boxsport nicht einfach sind, war wohl allen Beteiligten klar, für Nicole Boss wurde es leider zur bedauernswerten Zäsur.

 

Ueli E. Adam 




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