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Klitschkos Opfer bettelt um zweite Chance

23.03.2011 - Der Kubaner Odlanier Solis strebt nach der K.o.-Niederlage von Köln in der 1. Runde gegen Vitali Klitschko und seiner schweren Knieverletzung möglichst bald eine Revanche an. "Er weiß, wie das ist, wenn man mit Verletzungen aussteigen muss", sagt Solis. "Das hat er bei Lennox Lewis erlebt."

Fast acht Jahre ist es her, da musste Klitschko seinen Kampf gegen Lewis wegen einer klaffenden Platzwunde am Auge abbrechen. Die Revanche, die der Ukrainer vehement einforderte, blieb ihm damals verwehrt - vielleicht ein Grund mehr, warum er sie Solis gewähren sollte.

Ginge es nach Solis' Promoter Ahmet Öner, hätte Klitschko noch am Kampfabend einer Neuauflage zustimmen sollen. "Solis hat Vitali mächtig zugesetzt. Egal, mit wem ich gesprochen habe – alle hätten bis zur Szene, die zum Abbruch führte, Solis die erste Runde gegeben", sagt Öner, und schlussfolgert sogleich: "Er hat eine zweite Chance verdient." Doch Klitschko, 39, lehnte einen Rückkampf vorerst ab.

Eine niederschmetternde Diagnose

Dies hat vielleicht auch damit zu tun, dass noch überhaupt nicht feststeht, wann Solis in den Ring zurückkehrt. Die Diagnose ist jedenfalls niederschmetternd: vorderes Kreuzband kaputt, Außen-Meniskus eingerissen, Knorpel-Schaden. "Wir wollen den Jungen so schnell wie möglich wieder auf die Beine bringen. Er soll dann sofort in die Reha einsteigen, damit er bald wieder kampffähig ist", so Öner.

Das klingt so einfach, aber Öner muss jetzt erst einmal versuchen, seinen Schützling so lange wie möglich in der Position des Pflichtherausforderers zu halten, um dessen zweite Chance überhaupt zu wahren. Solis' Problem ist ja nicht nur, wieder gesund, sondern auch fit zu werden. Die große Klappe des Kubaners, auch genannt "La Sombra", der Schatten, hat jedenfalls keinen Schaden genommen: "Ich werde zurückkommen – und dann hole ich mir den Titel."

 

Jens Sitarek / Eurosport  


Öner: “Ich habe überreagiert”

23.03.2011 - ARENA-Boss Ahmet Öner hat sich vier Tage nach dem Duell zwischen Vitali Klitschko und Odlanier Solis für seinen Auftritt auf der Pressekonfernz nach dem Kampf entschuldigt. “Ich habe einfach überreagiert”, sagte Öner. “Ich habe auf Grund der Provokationen meine Beherrschung verloren, das hätte nicht passieren dürfen. Ich habe mich bereits auf der Pressekonferenz bei Vitali entschuldigt. Ich habe Respekt vor ihm. Er ist ein großer Champion. Ich respektiere auch Fritz Sdunek, der großartige Arbeit geleistet hat und Wladimir, der gut reagiert hat, als Vitali Solis im Ring beschuldigt hat, er habe seine Verletzung nur vorgetäuscht. Das ist aber alles bereits Geschichte. Nun ist das Wichtigste, dass Solis so bald wie möglich wieder kämpfen kann. Wir arbeiten daran, dass sein Knie so schnell wie möglich wieder in Ordnung kommt.”

Solis wird morgen in der Praxis des Spezialisten Dr. Heinz-Jürgen Eichhorn am Knie operiert. “Es ergibt noch keinen Sinn über ein Rematch zu reden, solange Solis nicht wieder hundertprozentig fit ist”, so Öner. “Natürlich glauben wir – nachdem was am Samstag passiert ist – daran, dass wir eine zweite Chance verdienen, wir betteln aber nicht darum. Solis hat in den ersten 2:50 Minuten bewiesen, dass er eine echte Gefahr für die Klitschkos darstellt. Wenn die Verletzung nicht passiert wäre, hätte er Vitali einen sehr spannenden Kampf geliefert.”

Die WBC hat inzwischen bestätigt, dass der TKO-Sieg zugunsten Klitschkos auf Grund einer Verletzung zustandegekommen ist. “Wir haben gedacht, dass ein Abbruch in der ersten Runde auf Grund einer Verletzung ein technisches Unentschieden bedeuten würde”, sagte Öner. “Aber anscheinend gibt es ein technisches Unentschieden nur dann, wenn die Verletzung durch eine Aktion verursacht wird – so wie beispielsweise bei einem Cut durch einen unabsichtlichen Kopfstoß. Die WBC glaubt, dass Solis sich verletzt hat, ohne dass Vitali daran beteiligt war. Demnach wurde auf TKO entschieden. Das ist mir aber egal, das Wichtigste für mich ist, dass Solis bald wieder gesund wird und in den Ring zurückkehren kann. Diese Interpretation sollte aber die Legende von einem K.o.-Punch zerstören.”

Gleichzeitig stellte Öner klar, dass Solis nicht bereits vor dem Kampf verletzt war: “Dieses Gerücht basiert auf einem falschen Zitat in der deutschen Presse. Jeder weiß, dass Boxer, die um einen WM-Titel kämpfen, eine Menge Tests bestehen müssen. Natürlich hat jeder Athlet ab und zu kleine Probleme. Aber alle Dokumente beweisen, dass Solis fit und bereit zu kämpfen war. Darüber hinaus hat er ein extrem hartes achtwöchiges Trainingscamp absolviert, und er hat sich in der ersten Runde auch sehr gut bewegt. So etwas ist mit einer Knieverletzung nicht möglich.”

© adrivo Sportpresse GmbH 




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