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SBT gewinnt in Paris eine Gold- und zwei Silbermedaillen!


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Bericht von Engin Köseoglu, Trainer Box-Ring Baden

18.04.2011 - Das Swiss Boxing-Team nahm vom 7. – 10. April 2011 mit 5 Boxern und 1 Boxerin am diesjährigen Traditionsturnier in Paris teil.  Die von SBV Sportmanager Federico Beresini  zusammengestellte Mannschaft zeigte sich entsprechend dankbar und überzeugte mit einem Riesenerfolg.


Teilnehmerliste durch uns sehr gut besetzt

Die Teilnehmerliste war mit Jennifer Corti bei den Frauen bis 69kg,  und bei den  Männern mit Gabriel Diaz bis 60kg,  Andranik Hakobian bis 64,  Nikq Kresnik bis 75kg,  David Roethlisberger  bis 75kg und Benoît Huber bis 91kg sehr gut besetzt.  Dabei nahmen Engin Köseoglu als Trainer,  Pascale Florindo als Co-Trainer  und Pierre-Alain Schneeberger als Ringrichter teil.

 
Ueber 80 Boxer und Boxerinnen aus 10 Nationen

Am Turnier  waren pro Gewichtsklasse 8 Teilnehmer zugelassen. Bei den Frauen waren es 3 Gewichtsklassen und bei den Männern 7.  Über 80 Boxer und Boxerinnen aus 10 Nationen waren in der Auslosung. Um hier die Goldmedaille mit  nach Hause zu bringen, mussten unsere Sportler  mindestens 3 Kämpfe gewinnen. Dies stimmte uns zuversichtlich, das Turnier anzugehen.


Erste ungerechte Niederlage

Als erste stieg  Jennifer in den Ring. Ihr gegenüber stand die Französin, welche ihr erfahrungsgemäss etwa gleichgestellt war. Jennifer setzte die Französin bereits ab der ersten Runde unter Druck, so dass unsere Boxerin für sich deutliche Vorteile herausboxte. Leider fiel das Verdikt zum Erstaunen vieler Zuschauer zu Gunsten der Französin aus. Dies machte uns bereits beim 1.  Kampf bewusst, dass wir in Frankreich waren.


Jetzt waren wir gewarnt

Umso mehr waren wir gewarnt, als wir unseren nächsten Schweizer, Nikq Kresnik, in den Ring schickten, der ebenfalls gegen einen Franzosen antreten musste. Es war bereits  02:30 Uhr, was Nikq nicht daran hinderte seinen Gegner mit hoher Schlagkadenz einzudecken. Hier zeigte sich die Überlegenheit des Schweizers noch deutlicher als bei Jennifer. Umso erstaunter waren erneut nicht nur wir und die Zuschauer, sondern auch der Gegner, als seine Hand durch den Ringrichter hochgehalten wurde und unser Boxer mit einem Punkt verlor. Die Entschuldigung durch den Veranstalter für dieses krasse Fehlurteil war, dass die Punktrichter nach 40 Kämpfen übermüdet gewesen seien und wir dafür doch Einsicht zeigen sollten!?


Nun bildete sich für uns ein roter Faden

Jetzt bildete sich für uns ein roter Faden.  Als Nächster boxte Andranik Hakobian gegen einen 1. Serie Boxer aus Italien, den er  souverän nach Punkten  besiegte. Auch David Rötlisberger zeigte gegen einen Kanadier eine hervorragende Leistung, welche ihn in das Halbfinale  brachte. Auch Benoit Huber zeigte in seinem ¼ - Finalkampf eine hervorragende Leistung und gewann sehr deutlich nach Punkten.


Halbfinale

Im Halbfinalkampf  stand Adranik als Erster dem Deutschen Erich Fuhr, seines Zeichen U-19 DM und 5. an der EM mit ca. 100 Kämpfen, gegenüber. Andranik liess sich davon nicht beeindrucken und boxte den Deutschen von Runde zu Runde aus. Somit stand  Hakobian bei seiner 1. Turnierteilnahme mit SBT im Finale.

Umso grösser war die Motivation von Roetlisberger, gleichzuziehen. Er besiegte seinen französischen Gegner klar nach Punkten. Eine starke Leistung zeigt auch Benoit Huber. Er deckte seinen Gegner aus Deutschland drei Runden mit harten Schlägen ein und stand mit klarer Punktedifferenz als Dritter im Finale.


Finale und positive Stimmung

Die Finale-Zeremonie war ein „Fest unseres Roten Fadens": Im  Halbwelter-Gewicht stand Andranik dem amtierenden  französischen Meister,  David Papot  gegenüber. Es war deutlich erkennbar, dass  Andranik in seinem 25.  Kampf, nach zwei harten Kämpfen und  bis zwei Kilo Übergewicht, das er jeweils in „Arthur Abrahamscher Manier“ runterschwitze,  die Kräfte sowie die Entschlossenheit verloren hatte. Er verlor den Finalkampf sang und klanglos nach Punkten.

Die Stimmung in der Ecke der Schweizer- Delegation änderte sich aber im Finalkampf von David Roetlisberger wieder zum Positiven. Dieser deckte seinen französischen Widersacher mit derart harten Schlägen bereits in der 1. Runde ein, dass ein früher KO-Sieg in der Luft lag. David zeigte wie in den zwei Kämpfen zuvor, welch ein Klasseboxer er ist und deckte den Franzosen wie in der 1. Runde mit harten Schlägen ein, so dass dieser kurz vor Ende der 2. Runde KO ging.

Der letze Kampf gehörte Huber, nicht nur weil er als Schwergewichtler in den Ring stieg, sondern weil er einfach der bessere Boxer war als sein französischer Gegner. Dieser tanzte viel aber Huber gelangen die klareren Treffer, was leider von den Punktrichter nicht bewertet wurde.


Meine persönlichen Erkenntnis vom Turnier

Trotz der Sprachbarriere unter der Schweizer Delegation waren wir ein Team das sich sehr gut verstand und gegenseitig unterstützte. Sehr positiv erstaunt war ich über die Bereitschaft und Entschlossenheit der Schweizer Boxer im Ring, was mich einmal mehr positiv stimmte und mich weiter motivierte, diese  gerne zu betreuen.

Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft trotz der teilweise nicht ganz gerechtfertigten Niederlagen, auf die Gold-  resp. die zwei Silbermedaillen stolz sein darf, denn es ist lange her, dass an einem Internationalen  Turnier drei Schweizer Boxer im Finale standen. Meinerseits bin ich stolz,  die Jungs in "rot-weiss" betreuen zu dürfen und freue mich auf den nächsten Einsatz mit solch einer tollen Truppe.

  




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