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News aus Thailand

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06.09.2009 - Franz Marti, legendärer Punkt- und Ringrichter, der vor Jahren nach Thailand ausgewandert ist, beobachtet die nationale und internationale Boxszene mit grossem Interesse. Mit 80 Jahren leitet Marti immr noch regelmässig Boxkämpfe auf Top-Niveau. Ab und zu informiert der Berner seine Freunde in der Schweiz mit interessanten Berichten aus Thailand, welche ich den Aficionados nicht vorenthalten möchte.

Jack Schmidli


Liebe Boxsport Freunde
 
Fahpetchnoi Sor Chitpattana (Kampfname: Fahpetchnoi Kratingdaenggym) wohnte in der Naehe von Selapum, ca. 40 km von mir in Nord-Nordoestlicher Richtung. Er waere am 13.Oktober 21 Jahre alt geworden und war z.Zt. in der 2-jaehrigen Militaer-Rekrutenschule im Armee-Zentrum zwischen Roi-Et und Maha-Sarakham. Vor 3 Tagen wollte er mit seinem Motorrad nach Hause in den Urlaub um seine Eltern zu besuchen. Kurz vor der Ankunft stuerzte er wegen Aqua-Planing. landete an einen Baum und war sofort tot.
 
Samang (Anm.: die Ehefrau von F. Marti) und ich erhielten am folgenden Morgen eine Telefon vom WBC-Asien Sekretaer und WBC-Board of Governor Edward Thangarajah aus Bangkok, ob wir in seinem Namen und im Namen des WBC der Kremation beiwohnen koennten und einen Blumenkranz mit seinem und dem WBC-Namen, sowie mit einem Brief-Umschlag mit einer 5-stelligen Geldsumme, ueberbingen koennten.
 
Wir fuhren nach Roi-Et und liessen 2 Namen-Kraenze, einer auch beschriftet von mir, anfertigen und ueberbrachten  diese gestern um 10 Uhr zum Trauerhaus. Um 14 Uhr kam auch Interim Weltmeister Pongsaklek Wonjongkam zur Totenfeier und ueberbrachte einen Brief-Umschlag vom Promoter Fahpetchnois im Namen des Promoters, der Petchindee Promotion, allerdings ohne Kranz mit Namen.
 
Auf der Fahrt von Bangkok nach Selapum (ca. 650 km) hatten sie sich auch noch um ca. 100 km verfahren und kamen beinahe zu spaet. Die Totenfeier wurde im thailaendischen Verfahen durchgefuehrt. Zuerst gab es beim Trauerhaus ein Fest mit viel Essen und Trinken, sowie mit dem Spielen um Geld. Dann ging es zum ca. 2 km. entfernten Buddha-Tempel im Wald. Der Sarg mit den Blumen auf einem Pick-Up und vorweg an einem 100 m langen weissen Seil ziehend ca. 20 Moenche, dann die Familie und die Prominenz, gefolgt vom Militaer-General des Armee-Zentrums und den Vertretern des WBC (Pongsaklek und ich). Hinter dem Pick-Up folgten ca. 500 Trauergaeste.
 
Die Zerenomien im Buddha-Tempel dauerten ca. 2 Stunden und auch ich gehoerte zu den Prominenten, die aufgerufen wurden, um ein Moenchskleid zu uebergeben, waehrend draussen ein heftiger Tropenregen tobte. Von der Rekrutenschule waren 2 grosse Auto-Cars mit Soldagten gekommen und zum Abschluss kam eine Delegation von 10 Soldaten im Kampf-Anzug und mit Gewehren im Taktschritt in den Tempel, zogen die Gewehre (schossen allerdings nicht) aber der Trompeter blies 5 Minuten ein Solo.
 
Dann fuhren wir nach Hause und Samang forderte mich auf, zu duschen, da nach einer Totenfeier dies ein "Muss" sei, um Ungluecke zu vermeiden. (auch ein Thai-Brauch!). Edward Thangarajah hat uns um seine Vertretung gebeten, da er z.Zt unpaesslich sei. Er werde uns dann die Ausgaben vergueten.
 
Ich habe Fahpetchnoi immer gerne gemocht und war bei mehr als 10 WBC-Youth WM-Kaempfen sein Ringrichter. Bei seinen 26 Kaempfen hat er nur einen in Thailand verloren und bei 2 weiteren in Tokyo wegen des Heimvorteils der Japaner nach Punkten verloren. Bei den 23 Siegen waren es deren 15, die er vorzeitig gewonnen hat.
 
Kurzfristig habe ich ein Aufgebot erhalten und werde am 27. September in PhnomPen/Cambodja bei einer Frauen-WM als Ring-Official dabei sein. Dann kommt am 5. Oktober ein Einsatz als PR in Korat, ebenfalls bei einer WBC-Female-WM.
 
Mit dem Besuch der WBC-Convention in der 1.Woche November auf der Insel JeJu in Korea wird das
Box-Jahr 2009 wohl dann fuer mich zu Ende sein. Samang als meine staendige Begleiterin und Helferin hat es verdient, da auch noch dabei zu sein. Es ist fuer uns praktisch eine Woche Ferien, da wir so viele gute alte Freudne und Freundinnen treffen werden.
 
Bei uns hat der Monsun-Regen so stark gewuetet, dass der Garten immer noch z.T. unter Wasser steht. Gottlob steht der Reis auf unserer Farm schon so hoch, dass er nicht versaeuft.
 
Alles Gute und liebe Gruesse aus Thailand
 
Franz und Samang

 

 

 

 


 

 

 




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