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Boxturnier Chemnitz

23.09.2011 - 50 Boxer, 10 Mannschaften aus 8 Nationen! Für die Delegation des Kantons Bern eine Herausforderung am Jubiläumsturnier in Chemnitz. Zwei Tage vor der Abreise fiel der Mittelgewichtler aus Thun, Mischa Nigg, krankheitshalber aus. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass Davide Faraci kurzfristig teilnehmen konnte. Dies dank dem engagierten Trainer Engin Koesoglu (BR Baden) und dem Präsidenten Andreas Anderegg, Präsident SwissBoxing, der den Delegationsleiter André Schenk in den Gesuchen an den zuständigen Militärkommandaten unterstützten, da sich Faraci zur Zeit in der RS befindet. 

Sportliche Förderung der Athleten ist deshalb wichtig, weil Schweizer Boxsportler nicht allzu viele Möglichkeiten haben international zu starten. Chemnitz ist noch das einzige Turnier mit dieser Grösse in Deutschland. 

Der Turnierablauf ist von der Organisation hervorragend geplant und durchgeführt worden, im Sinne des Sports. Donnerstag Anreise der Mannschaften, Freitag um 12.30h Waage (alle Boxer wurden innerhalb von 15 Min gewogen) anschliessend die olympische Auslosung innerhalb von 30 Min, ohne Diskussionen.
 

Zu den Kämpfen (Viertelfinale Freitag16.9.)

Jugend (Youth) -69kg

Die Auslosung traf unsern unerfahrenen und jüngsten Boxer Silvan Bühler (7 Kämpfe)am härtesten: ausgerechnet der Boxer aus Wolgograd (Russland) mit 78 Kämpfen und 3. der Russischen Meisterschaft Igor Kshinin.

Das erste Mal Turnierluft schnuppern und Erfahrungen sammeln, war die Vorgabe der Trainer. Der ehrgeizige Bühler liess sich absolut nicht beeindrucken und ging voll motiviert und mutig in die Begegnung mit dem erfahrenen Rechtsausleger und erkämpfte sich den absoluten

Respekt des Fachpublikums und des gegnerischen Trainers: Optisch hielt Bühler den Kampf ebenbürtig mit und schlug immer wieder mit seinen harten Geraden Punkte aufs Konto. Er verlor den Kampf knapp nach Punkten, war am Schluss jedoch der moralische Sieger.
 

Elite -64kg

Durim Sadrijatraf auf den armenisch stämmigen Khamsat Musaev aus Österreich. Der kampfstarke Musaev startete kurze Zeit davor am Wiener Neustadt-Turnier und verlor im Finale umstritten mit 1 Punkt. 

Sadrija war technisch der bessere Boxer, konnte dem kräftigen Musaev aber körperlich zu wenig Druck machen, sodass er die gesamte Kampfdauer aus der Defensive agieren musste. So konnte der Österreicher jede Runde mit 2-3 Punkten Vorsprung gewinnen.

Sadrija sollte mit seinen 61kg international eine Gewichtsklasse tiefer starten, dieses Jahr war die 60kg-Klasse jedoch nicht ausgeschrieben.
 

Elite -69kg

Für Vahram Khudeda war ein Turnier dieser Grösse ebenfalls Neuland. In seinem Viertelfinalkampf traf er auf den DüsseldorferMucci Donato. Dieser gehört zwar nicht zu den Favoriten des Turniers, war jedoch für Khudeda ein machbarer Einstieg ins Turnier.

Von Cheftrainer André Schenk hervorragend eingestellt erkämpfte sich der Thuner Weltergewichtler souverän durch Aufgabe der Düsseldorfer Ecke in der 3. Runde die Halbfinalqualifikation.
 

Elite -75kg

Davide Faracistieg nach langer Ringpause das erste Mal wieder ins Seilgeviert. Zugelost wurde ihm der finnische Meister Tommi Henriksson. Der gross gewachsene Faraci hielt den Finnen auf Distanz und konnte mit seinen langen Geraden über die ganze Distanz dominieren und qualifizierte sich ebenfalls fürs Halbfinale.

 

Halbfinale, Samstag 17.9.:

Elite -56kg

Sein allererster Einsatz an einem Turnier in der neuen 56kg-Klasse bestritt in diesem Halbfinale der talentierte Drin Sadriu. Bis zur Hälfte des Kampfes lag Sadriu gegen den Holländischen Meister Enrico La Cruz in Führung, dann zeigte sich die mangelnde Erfahrung mit gleichwertigen Gegnern. La Cruz marschierte konsequent und mit hoher Schlagkadenz nach vorne um seinen Punkterückstand aufzuholen, was ihm schlussendlich auch den Sieg einbrachte. La Cruzgewann am Sonntag das Turnier ebenfalls mit einer Klasseleistung auf höchstem Niveau gegen den Russen Imil Dadykov.
 

Elite -69kg

Vahram Khudeda's Gegner war der dreifache Holländische Meister Stephan Danyo, der Ende September an der Elite-WM teilnimmt. Khudeda zeigte sich während langer Zeit ebenbürtig und gestaltete einen äusserst spannenden Kampfverlauf. In der 3.Runde holte er in den letzten 20 Sekunden den Punkterückstand bis auf eine Differenz von 1 Punkt auf. Ein absolut packendes Duell bis zur letzten Sekunde gegen den Turniersieger Danyo. Khudeda ist sicherlich an Erfahrung und boxerisch (taktisch) an diesem Turnier gereift und lässt weiter für die Zukunft hoffen.
 

Elite -75kg

Patrick Esther, aus dem Leistungsstützpunkt Halle, wartete auf Davide Faraci in diesem Finale. Von André Schenk wiederum hervorragend vorbereitet setzte Faraci die Taktik zu 100% im Ring um: Gleich in der ersten Runde schlug Faraci eine perfekte rechte Gerade ans Kinn des Deutschen. Dieser erholte sich nicht mehr so richtig von diesem Niederschlag, so dass die Deutsche Ecke sich zur Aufgabe in der 1.Runde gezwungen sah.

Ein Supererfolg für den jungen Faraci, der nun für den Finalkampf am Sonntag qualifiziert war!
 

Finale, 18.9.

Elite -75kg

Im Finale war der von Anfang an favorisierte 5fache Holländische Meister und Militär-weltmeister, sowie Ligaboxer Peter Mullenberg. Dessen Ziel ebenfalls die anstehenden Weltmeisterschaften sind.

Bereits in der ersten Runde erwischte es Davide zweimal mit harten Lebertreffern, worauf er angezählt wurde. Der Gong rettete schliesslich in die Rundenpause. Für die restlichen zwei Runden erhielt Faraci aus der Ecke die Anweisung auf der langen Distanz zu bleibe und sich nicht mehr in die Seile drängen zu lassen. Faraci setzte dies wiederum hervorragend um, was ihm schliesslich nicht den Sieg brachte, jedoch den Kampf nach Punkten über die Runden brachte. 

Ein grosser Respekt für die Leistung des jungen Boxers, der trotz aktueller militärischen Ausbildung einen grossen sportlichen wie auch moralischen Einsatz brachte!
 

Fazit: Mit dem 6. Schlussrang von 8 Nationen dürfen wir zufrieden sein. Unsere jungen Boxer haben sich mit ihren Einsätzen den Respekt der anderen Nationen erkämpft. So manch Lob der erfahrenen Trainern der Gastmannschaften durften wir entgegennehmen. Die Leistungsförderung unserer Berner Athleten ist für aussen stehende sichtbar.
 

Grosse Ehre für André Schenk (Delegationsleiter und Cheftrainer)

Die Finalveranstaltung vom Sonntag wurde von der Anwesenheit so mancher Boxgrösse beehrt, u.a. Ex-Weltmeister Markus Beyer oder der hochgeschätzte ehemalige Spitzenboxer, Europameister und WM-Silbermedaillengewinner der DDR Stefan Förster (245 Kämpfe/198 Siege) u.v.m. 

Vor dem Finalkampf der Weltergewichtler kam es zu einem der Höhepunkte des 20. int. Chemnitzer Boxturniers: Der Präsident des Sächsischen Boxverbandes Uwe Kretzschmar,   der Präsident BC Chemnitz 94 Wolfgang Koss, sowie Organisator und Turnierleiter Olaf Leib, BC Chemitz 94, überreichten dem Delegationsleiter und Cheftrainer André Schenk, die Ehrenurkunde für hervorragende Leistungen und Förderung im Boxsport, sowie den Eintrag ins goldene Ehrenbuch. Ein grosser Applaus des Publikums und unseres stolzen Teams war ihm gesichert. 

Zum Schluss darf auch der unermüdliche Einsatz unseres mitgereisten Ring-und Punktrichters Beat Hausammann nicht unerwähnt bleiben. Für uns alle war er ein wichtiger Teil der Mannschaft. Mit seiner souveränen Leistung an der Punktemaschine oder im Ring, trug er einen grossen Teil dazu bei, dass die Berner Mannschaft einen professionellen Eindruck hinterliess. 

Während der ganzen Turnierdauer herrschte ein sportlich-kollegiales Miteinander, neue Kontakte konnten geknüpft werden, alte Freundschaften aufrecht erhalten werden und Einladungen an andere Turniere wurden ausgesprochen.
 

Wir freuen uns bereits auf ein 21. int. Chemnitzer Boxturnier! 

 

Sportliche Grüsse
 

André Schenk

Delegationsleiter und Cheftrainer KBBV

 

Christina Nigg

Assistenztrainerin KBBV

 

  




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