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Augusta Raurica

Profi-Meeting in Augst : Victoria aut Calamitas in Augusta

31.08.2009 - Dass man als Boxfreund auch Latein lernen kann, beweist der Titel zu dieser Berichterstattung. In der wunderschönen Arena von Augusta Raurica kämpften Berufsboxer im Rahmen des lokalen Römerfestes um Sieg oder Niederlage, lateinisch „Victoria aut Calamitas“. Erfreuliches Fazit: alle schweizerischen Profis konnten unter freiem Himmel den Ring vor einem zahlreich aufmarschierten Publikum als Sieger verlassen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Profidebüt von Amateur-Schweizermeister Arnold Gjergjaj, der genau wie Blas-Miguel Martinez zu den Lokalfavoriten gehörte und entsprechend gefeiert wurde. Aber auch die Berner Profis aus dem Stall der Boxing-Kings wussten mit ausgezeichneten Leistungen zu überzeugen. Ein ganz grosses Kompliment geht an die Adresse der Organisatoren um die Vereine BC Basel und Noble Art Frenkendorf. Sie haben mit dem 15. „Boxeo“ einen denkwürdigen Anlass geschaffen, der in jeder Beziehung zu überzeugen wusste. Die Verbindung zwischen Kultur und Sport – sonst ein manchmal schwieriger Spagat – wurde hervorragend gemeistert, nicht zuletzt dank der wirklich erfrischenden Moderation durch die Schauspieler Bettina Dieterle und Andrea Bettini. Ein hervorragendes „ Bait Jaffe Klezmer Orchestra“ und die Gruppe „ Navel“ sorgten für den musikalischen Rahmen.

Nasi Hani (Boxing-Kings, Bern) 88,3 kg vs. Krisztian Jaksi (Ungarn) 90,4 kg

Dass die Kings auf Hani (links im Bild) als zukünftiges Zugpferd setzen, konnte man unschwer am Engagement von Conny Mittermeier erkennen, der den Mazedonier aus Bern am Ring betreute. Der frühere deutsche Mittelgewichtler sorgte mit klugen Anweisungen dafür, dass der explosive Hani in seinem zweiten Profikampf nicht mit Haudrauf das vorzeitige Ende suchte. Diese Strategie wird sich auszahlen. Dass Hani den nötigen Punch mitbringt ist jedem klar, der ihn schon in Aktion gesehen hat. Mit sorgfältig aufgebautem Repertoire soll der mazedonische Meister zukünftig auf höhere Aufgaben vorbereitet werden. Dass das möglich ist, hat er mit überlegtem Boxen gegen den Ungarn Krisztian Jaksi eindrücklich bewiesen. Hani dominierte den Ungarn während sechs Runden nach Belieben und zeigte gutes Boxen. Sieg nach Punkten mit 3:0 Richterstimmen (Beat Hausammann 60:52; Domenico Gottardi 60:52: Roger Haug 60:52)

Mohamed Belkacem (Boxing-Kings, Bern) 81,8 kg vs. Janos Ohla (Ungarn) 79,7 kg

Den besten Kampf des Abends lieferte der Algerien-Schweizer (links im Bild) aus Bern ab. Mit erstklassigen Serien, punktgenau eingesetzten Aufwärtshaken und unberechenbaren Rhythmuswechseln zermürbte er seinen Gegner aus Ungarn von Beginn weg. In der vierten Runde war es bereits soweit: nach einer schnellen Kombination von Belkacem kam für Ohla das frühzeitige Aus. Sieg durch TKO für Mohamed Belkacem. Der sympathische Boxer aus Bern hat nicht nur mit einem spektakulären Kampf überzeugt (und den Sieg wie immer mit einem Rückwärtssalto im Ring gefeiert) sondern auch beste Reklame für die Kings abgeliefert. Es ist sehr erfreulich, dass die Boxer aus dem Berner Stall vermehrt auswärts antreten. Das dürfte die Affichen der Veranstalter bedeutend bereichern und das Publikum mit Sicherheit erfreuen.

Trainerduo Engin Köseoglu (links) und Beat Ruckli mit Blas-Miguel Martinez
Blas-Miguel Martinez (BR Baden) 75 kg vs. Mariusz Biskupski (Polen)

Wie erwartet sorgte der Sissacher Lokalmatador, als Profi von Engin Köseoglu und Beat Ruckli betreut, für prächtige Stimmung. Von Beginn weg marschierte Martinez los und setzte seinen Gegner aus Ungarn sofort unter Druck. In der ersten Runde wusste Biskupski mit diesem Druck aber sehr gut umzugehen und lieferte dem Sissacher ein Gefecht auf Biegen und Brechen. Nach einem unabsichtlichen Kopfstoss, der beide Kämpfer verletzte, wusste Martinez mit der Verletzung besser umzugehen. Der Pole baute ab und wurde von Martinez nach und nach zermürbt. Trotzdem galt es vorsichtig zu bleiben. Zweimal wurde auch Martinez von präzisen Haken erwischt, die er aber dank hervorragender Nehmerqualitäten sehr gut wegsteckte. Sehr erfreulich auch die Tatsache, dass sich Martinez von Kampf zu Kampf besser in seine neue Rolle als Profi eingelebt hat. Sein Kampfstil ist variabler geworden und die Handschrift von Engin Köseoglu unverkennbar. In der siebten von acht angesetzten Runden kam für den keineswegs inferioren Polen das vorzeitige Ende. Sieger durch TKO: Blas-Miguel Martinez.

Arnold Gjergjaj (BC Basel) 106 kg vs. Dariusz Balla (Polen) 95 kg

Für den Höhepunkt des Abends sorgte Publikumsliebling Arnold Gjergjaj. In seinem ersten Profikampf liess der Basler nichts anbrennen und sorgte hoch überlegen für ein vorzeitiges Kampfende. Bereits zu Beginn der zweiten Runde musste Dariusz Balla die Waffen strecken und den Ring nach einem TKO als Verlierer verlassen. Natürlich konnte Gjergjaj in diesem kurzen Gefecht nicht wirklich beweisen, was tatsächlich in ihm steckt. Der Optimismus seines Trainers Angelo Gallina (der auch als Mitorganisator einmal mehr hervorragende Arbeit geleistet hat) ist durchaus berechtigt. Gjergjaj liess – trotz der nicht zu unterschätzenden nervlichen Belastung im ersten Profikampf - bestes Boxen aufblitzen. Die Boxfans dürfen sich auf die nächsten Kämpfe des Modellathleten freuen.

SwissBoxing-Präsident Andreas Anderegg , im Ring von Schauspielerin Bettina Dieterle sehr charmant interviewt, zollte den Veranstaltern berechtigtes Lob. Stil und Organisation des 15. „Boxeo“ sind – da waren sich Publikum und Präsident einig – beste Werbung für sauberen und attraktiven Boxsport


AP Promotion Boxing News Biel/Bienne - Ueli E. Adam


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