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Hayes Rücktritt: Verhandlungstaktik oder Wahrheit?

13.10.2011 - David Haye hat an seinem heutigen 31. Geburtstag erwartungsgemäß seinen Rücktritt vom aktiven Boxsport verkündet. “Um Mitternacht ist meine Box-Karriere zu Ende gegangen. Es war meine Absicht, mich an diesem Tag vom Boxsport zu verabschieden, seit ich als spargeldünner Zehnjähriger zum ersten Mal Boxhandschuhe übergezogen habe”, so die Erklärung des gebürtigen Londoners.

Gemeinsam mit seinem Freund, Trainer und Manager Adam Booth habe er einen Drei-Stufen-Plan zu Ende gebracht: erstens – so viele Titel wie möglich zu gewinnen, zweitens – so viel Geld wie möglich zu verdienen, um sich finanziell abzusichern und drittens – den Boxsport in seiner Blütezeit in perfekter physischer und mentaler Gesundheit zu verlassen. “Großbritannien produziert heutzutage nur wenige echte Champions”, so Haye. “Und ich bin froh, dass ich einer von ihnen war.”

Ein “Comeback” gegen Vitali Klitschko hält Haye derzeit für wenig wahrscheinlich: “Vitali hat zwar zunächst Interesse gezeigt, 2012 gegen mich in den Ring zu steigen. Aber seitdem habe ich vom Management der Klitschkos nur negative Signale empfangen. Meiner Meinung nach sind die Chancen auf einen Kampf gering. Ich hätte gerne meinen Rücktritt um sechs Monate verschoben, um gegen einen weiteren Champion anzutreten, gegen den mir niemand eine Chance gibt. Ich blühe bei solchen Fights auf. Leider sind die Klitschkos ein Business, die nur dann gegen starke Gegner kämpfen, wenn man sie dazu zwingt. Deswegen kämpft Wladimir nun auch gegen Mormeck, und Vitali wird gegen Chris “Hol’ mir ein Bier” Arreola antreten. Das sind zwei unattraktive Kämpfe, die das Schwergewicht wieder in eine Flaute befördern werden.”

Es ist aber auch durchaus denkbar, dass Hayes Rücktritt reine Taktik ist. Ohne WM-Titel in der Tasche hat der Brite kein echtes Druckmittel mehr. Haye weiß, dass er für die Klitschkos, in der an großen Namen momentan armen Schwergewichts-Landschaft, nach wie vor der lukrativste Gegner ist. Daher lässt sich der “Hayemaker” auch nicht mit den sonst üblichen Summen für freiwillige Titelverteidigungen locken. Es gilt daher als durchaus denkbar, dass wenn das Klitschko-Management sein Angebot deutlich nachbessert, es 2012 doch noch zu einer neuerlichen Auflage von Klitschko vs. Haye in einem deutschen Stadion kommen wird.

© adrivo Sportpresse GmbH 




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