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Hopkins durch Schulterverletzung gestoppt

16.10.2011 - Bernard Hopkins (52-6-2, 32 K.o.’s) hat seinen WBC-Titel auf bizarre Weise an seinen Pflichtherausforderer Chad Dawson (31-1, 18 K.o.’s) verloren. Nach nicht einmal zwei absolvierten Runden landete der 46-Jährige nach einem Tackling seines Gegners unsanft auf dem Ringboden, Referee Pat Russell wertete die Aktion aber nicht als Foul, und erklärte Dawson, nachdem Hopkins nicht weitermachen konnte, zum Sieger durch technischen K.o. Es war die erste vorzeitige Niederlage in Hopkins’ Karriere.

Die erste Runde war relativ ausgeglichen gestartet, Hopkins zwang Dawson sein langsames Tempo auf und suchte den Infight. Den klarsten Treffer der Runde konnte aber Dawson landen. Die zweite Runde war ähnlich ereignisarm, Dawson schien sich aber bereits recht gut auf Hopkins’ Stil eingestellt zu haben. Gegen Ende der Runde duckte sich Dawson ab, Hopkins lehnte sich auf seinen Gegner und wurde von Dawson daraufhin hochgehoben und abgeschüttelt. Hopkins landete auf seinem linken Ellbogen und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Möglicherweise hatte Hopkins nach dem in seinen Augen klaren Foul auf eine Disqualikation Dawsons gehofft, die Rechnung ging aber nicht auf.

“Bernard hat die Fans enttäuscht”, sagte Dawson nach dem Kampf. “Er hat geschauspielert. Er sagt, er sei ein echter Gangster. Ein echter Gangster wäre aber aufgestanden und hätte weitergekämpft. Bernard konnte mir nichts anhaben. Ich will nun Pascal. Ich will kein Rematch gegen Hopkins, er wäre dann bereits 47 Jahre alt.”

“Ich bin auf meiner Schulter gelandet”, sagte Hopkins. “Der Referee hat mich gefragt, ob ich weitermachen kann, ich habe gesagt, dass ich mit einem Arm weitermachen kann. Das Publikum weiß, dass Chad es nicht verdient, Champion zu sein. Das ist hier nicht die UFC, er hat mich hochgehoben.”

Möglicherweise ist das letzte Wort auch noch nicht gesprochen. Normalerweise sieht das Regelwerk vor, dass wenn ein Kampf durch eine unabsichtliche Aktion beendet wird, die nicht den Regeln entspricht, er zu einer “No Decision” erklärt wird. Hopkins hätte in diesem Falle seinen Titel behalten dürfen. Die kalifornische Boxkommission verhängte im Anschluss an den Kampf eine Informationssperre und schirmte Referee Russell von den Medien ab. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Entscheidung eines Ringrichters im Nachhinein von der Kommission aufgehoben wird.

© adrivo Sportpresse GmbH 




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