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Die weiblichen Box-Beatles aus der Schweiz!

22.10.2011 - Sandra Brügger, Sandra Steiner, Jennifer Corti und Evelyne Ziegler haben an
der Europameisterschaft 2011 die Schweiz vertreten und sie machten das mit Bravour.


v.l.n.r.: Evelyne Ziegler, Sandra Steiner, Jennifer Corti und Sandra Brügger

Auch wenn die Ergebnisse keinem aus dem Sessel hauen, sie gaben alles was in ihrem Ermessen lag. Alle Kämpften gegen Halbfinalistinnen und verloren, alle absolvierten zusätzlich noch zwei gute Sparringswettkämpfe gegen internationale Boxerinnnen, alle waren auch nach ihrem Ausscheiden jeden Morgen um 8h fertig mit Frühstücken und das Jogging bereits hinter sich gebracht, alle absolvierten sie die gemeinsame und individuelle monatelange Vorbereitung, alle gehen erfolgreich einer intensiven Arbeit oder Ausbildung nach, alle werden von ihrem Verein und Trainer unterstützt, alle geben sehr viel Freizeit für den Boxsport her, alle finanzieren ihre Unkosten zum Teil selber und alle vertreten sie die Schweiz mit Stolz und Achtung. Sie sind für mich sozusagen die Boxsport-Beatles unserer Zeit.

Mutig, poppig, trainingsfleissig, unerschrocken und ehrgeizig. Sie stellen sich... Gegnerinnen die das Jahr hindurch wie Profis trainieren, die finanziert werden und einen Lohn beziehen, eine Rundum-betreuung mit Physio, Arzt, mehrere Trainer und ein ganzes Wettkampfteam geniessen und an regelmässigen Turnieren teilnehmen können...und sie halten heute noch Stand. Wenn das keine Auszeichnung ist für das kleine Schweizer Damenteam.

Die Ausnahme in der Schweiz ist und bleibt Sandra Brügger, die zu den besten 8 Boxerinnen in Europa zählt. Um dort hin zu gelangen hat Brügger mehr als 90 Kämpfe absolviert und ist seit 4 Jahren in der Schweiz ungeschlagen und international unterwegs bei allen möglichen und finanzierbaren Turnieren.

Für den nächsten Schritt nach vorne braucht es sicher ein anderes Umfeld, eines wie es zum Beispiel andere Kleinnationen vorzeigen. Hinzu kommt auch die Investition in junge Boxerinnen und nicht nur auf einzelne Boxerin zu setzen. Das haben auch die Iren gemerkt, die jahrelang nur ihre Vorzeigeboxerin und mehrfache Weltmeisterin, Katie Taylor unterstütz hatten. Sie gehen nun seit letztem Jahr mit einer ganzen Mannschaft auf Tour, Taylor verdient unterdessen mehr als ein Bankangestellter in führender Position.

Beim Schweizer Damenteam versuche ich, mit dem Mitnehmen von neuen Kräfte wie Steiner oder Ziegler und das Einbeziehen von bestehende Kräfte wie Corti an Meisterschaften und Turniere, nicht nur die Stimmung hochzuhalten,! sondern, auch um irgendwann mal einen Mini-Durchbruch zu schaffen oder den einen oder andern Kampf zu gewinnen. Wir arbeiten weiter, solange die Musik stimmt, und so sind wir wieder bei den Beatles angelangt. „All together“ kämpfen oder „let it be“ wäre jetzt angesagt.

Angelo Gallina

Chef Swiss Women Boxing Team




 




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