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Ein Rendezvous mit Klitschko winkt

03.12.2011 - Zwei Boxer, ein Ziel: In WBA-Weltmeister Alexander Powetkin und Lokalmatador Robert Helenius kämpfen am Samstag vor 12.000 Zuschauern in der ausverkauften Hartwall Arena von Helsinki gleich zwei Schwergewichtler des Sauerland-Boxstalls um die Chance, Wladimir Klitschko vor die Fäuste zu bekommen.

Helenius und Powetkin sind vielleicht die beiden einzigen Schwergewichtler, die die Ära der Klitschkos beenden könnten. Für beide geht es um alles“, sagt Promoter Kalle Sauerland. Vor einem möglichen Fight gegen den Superchampion aus der Ukraine müssen die Hochgelobten in der „Nacht der Schwergewichte“ zwei Gegner aus dem Weg räumen, die sich im Vorfeld mit teils geschmacklosen Sprüchen als Maulhelden aufspielten.

Helenius‘ Kontrahent Dereck Chisora sorgte sogar für einen handfesten Skandal. Der Brite verpasste Helenius beim „Staredown“ im Rahmen des obligatorischen Wiegens am Freitag drei kleine Backpfeifen. Daraufhin kam es auf der Bühne zu einem Gerangel, eine Schlägerei zwischen beiden Lagern konnte nur mit Mühe verhindert werden.

„Bis er tot ist“

Zuvor hatte Chisora bereits verbal unter die Gürtellinie gehauen. „Ich werde ihn so lange schlagen, bis er tot ist“, kündigte er an und nannte seinen Kontrahenten einen „Busfahrer“. „Ich werde ihm die passende Antwort im Ring geben“, konterte der Finne Helenius. Mit einem Sieg in seiner Heimat könnte „The Nordic Nightmare“ sich nicht nur den vakanten EM-Titel sichern, sondern auch seine Chancen auf einen Fight gegen Wladimir Klitschko deutlich erhöhen.

Das ist auch immer noch das große Ziel von Powetkin. „Mein Traum war und ist es, gegen Wladimir um die WM zu kämpfen“, sagte der Russe. Ein Duell Powetkin vs. Klitschko war in der Vergangenheit zweimal kurzfristig geplatzt, was im Lager der Ukrainer für reichlich Verstimmung sorgte. Deswegen sei ein Kampf frühestens bis Ende März 2013 möglich, sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte. Bis dahin muss der jüngere der Klitschko-Brüder zur Pflichtverteidigung seines WBA-Supertitels angetreten sein.

Vergleich mit dem „kalten Krieg“

In Helsinki wartet auf den 32-Jährigen Powetkin der zehn Jahre ältere Amerikaner Cedric Boswell, der im Vorfeld des WM-Kampfes große Töne spuckte. „Der amerikanische Traum wird den russischen Heuchler schlagen. Der kalte Krieg beginnt am 3. Dezember“, sagte der Mann aus Detroit, dessen einzige Niederlage in 36 Profikämpfen acht Jahre zurückliegt: „Ich habe bereits das Übergepäck für den Rückflug in die USA bezahlt. Ich nehme nämlich den WM-Gürtel mit.“

Brianz steckt in der Boxnacht von Helsinki allerdings nicht nur in den Schwergewichtskämpfen. Weil auch Halbmittelgewichtler Jack Culcay in den Ring steigen soll, kündigte Universum eine Klage gegen den Konkurrenz-Boxstall Sauerland an. Zuletzt hatte das Landgericht Darmstadt entschieden, dass „Golden Jack“, Amateur-Weltmeister von 2009, trotz seiner fristlosen Kündigung im Mai weiter bei Universum unter Vertrag steht. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

„In dem Vertrag, der vom Landgericht bestätigt wurde, ist festgehalten, dass Jack Culcay ausschließlich für Universum boxen darf. Es kann nicht sein, dass Sauerland diesen Vertrag nicht akzeptiert“, sagte Universum-Geschäftsführer Waldemar Kluch.

Jörg Soldwisch / SID


Der Event wird auf ARD ab 22:35H live übertragen 




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