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Ward Turniersieger im Super Six

19.12.2011 - Der Amerikaner Andre Ward (25-0, 13 K.o.’s) hat das Finale im Super Six Supermittelgewichts-Turnier für sich entschieden. In einem spannenden Kampf in Atlantic City besiegte der 27-jährige WBA-Superchampion WBC-Weltmeister Carl Froch (28-2, 20 K.o.’s) einstimmig nach Punkten.

Froch, der als Außenseiter in dieses Duell ging, wusste, dass er sich gegen Ward keinen Fehlstart erlauben durfte, doch genau das passierte: ein ums andere Mal kassierte der Brite in den Anfangsrunden Wards Führhand und linken Haken, was gleich zu Beginn zu einer sichtbaren Schwellung auf Frochs Nase führte. Froch merkte schnell, dass die zehn Zentimeter Reichweitenvorteil ihm auf Grund seiner fehlenden Speed nichts brachten und suchte daher den Schlagabtausch in der Halbdistanz. Dabei wurde er aber immer wieder von Ward abgekontert, der selbst aber wiederum kaum getroffen wurde.

Die fünfte Runde lief für Froch etwas besser, wirklich effizient war er mit seinen Schlägen allerdings nicht. In der sechsten Runde machte Froch allerdings wieder zu wenig und wurde Dank seiner tief hängenden Deckung ein ums andere Mal von Wards linkem Haken getroffen. Wards Selbstvertrauen schien anzusteigen, der Amerikaner versuchte nun erstmals Wirkungstreffer ins Ziel zu bringen und drängte Froch auch einige Male in die Seile.

Froch wirkte in der achten Runde müde und frustriert, schlug nach dem Gong nach und wurde daraufhin von Referee Steve Smoger ermahnt. Die neunte Runde war wiederum relativ ausgeglichen, Froch traf im Infight mit dem rechten Uppercut, was Ward gar nicht zu schmecken schien. Insgesamt kassierte Froch aber immer noch die Mehrzahl der Treffer. Die zehnte Runde verlief ähnlich: Froch machte, wissend, dass er nach Punkten klar zurücklag, ordentlich Druck, seinen Schlägen fehlte aber nach wie vor die Genauigkeit, und er wurde immer noch von Ward abgekontert.

In der elften Runde schien sich das Blatt aber zu wenden: Ward wirkte müde, Froch merkte dies, und versuchte, den entscheidenden Schlag ins Ziel zu bringen. Auch in der zwölften Runde war Froch der klar frischere Mann, Ward rettete sich mit Klammern und dem Ausspucken des Mundschutzes über die Zeit. Hätte der Kampf 15 Runden gedauert, hätte Froch wohl eine gute Chance gehabt, den Fight noch zu gewinnen, so siegte aber Ward aber einstimmig nach Punkten, auch wenn die Punktrichter sich nicht ganz einig waren, welchen Kampf sie nun gesehen hatten (Urteil: 115-113, 115-113 und 118-110).

“Es war ein zäher Kampf, Carl ist ein guter Fighter”, sagte Ward im Interview mit Showtime. “Ich habe aber bereits im Fighter-Meeting gesagt, dass wir außen und innen kämpfen wollen, und das haben wir durchgezogen. Ich war erstaunt, wie langsam er war. Wir haben gedacht, dass er vielleicht nur auf Video langsam ausschaut, er war im Ring aber noch langsamer. Ich habe ihm einige Male wehgetan. Ich habe es an seinem Blick gemerkt. Mein Wille ist eine meiner stärksten Eigenschaften. Wir haben es geschafft! Ich muss den Herrn dafür preisen. Wir können aber immer noch besser werden.”

“Er hat eine sehr raffinierte Verteidigung”, sagte Froch nach dem Kampf. “Ich konnte meine Schläge nicht anbringen. Er duckt sich ab und bewegt sich sehr geschickt. Ich war etwas verkrampft, hätte aber relaxter bleiben sollen. Im Infight waren sein Kopf und seine Schulter im Weg, ich denke, er hat das extra im Sparring trainiert. Ich war entweder zu nah dran oder zu weit weg. Ich werde jetzt mit meinem Promoter reden, welche Optionen wir haben. Ich denke schon, dass ich Ward an einem guten Abend schlagen könnte. Es gibt aber noch genug andere gute Fights für mich.” - © adrivo Sportpresse GmbH

  




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